Die besten Filme von 2019 (Bisher), Rangliste

High Life

Veröffentlicht: 5. April

Darsteller: Robert Pattinson, Juliette Binoche, André Benjamin, Mia Goth

Regisseur: Claire Denis (Let the Sunshine In)

Warum es so toll ist: Die französische Filmemacherin Claire Denis macht Filme, die das Gehirn treffen und die Sinne aktivieren. Für ihr letztes Projekt, das ehrgeizige und lyrische Weltraumdrama High Life mit Robert Pattinson, hat sie eine Geschichte geschrieben, die zu gleichen Teilen berauschenden Gefängnisthriller, psycho-sexuelles medizinisches Mysterium und eine Reise durch den Kosmos beinhaltet. Die Geschichte springt in der Chronologie vor und zurück und verfolgt den ruhigen Insassen Monte (Pattinson), der ein Baby in einem höhlenartigen, schlafsaalähnlichen Shuttle in einer Zeitachse großzieht und versucht, die geheimen Pläne eines seltsamen Wissenschaftlers (Binoche) in einem anderen Thread zu vereiteln. Wie genau Monte mit dem Baby allein ist und die Rolle eines Alleinerziehenden in den Sternen spielt, wäre die zentrale Frage einer konventionelleren Science-Fiction-Erzählung, und es gibt überraschende Wendungen und schockierende Gewaltakte, die hier begangen werden. Denis füllt den Film jedoch mit kuriosen Bildern und wilden Ideen, die die dystopische Situation erschweren. Das Schiff hat sowohl einen Eden-artigen Garten, in dem Benjamin von Outkast philosophisch auf seine Arbeit eingeht, als auch eine Cronenberg-Maschine, die Denis “die Fickbox” nennt, in der Binoche ihre langen Haare entfaltet und Momente erotischer Ekstase erlebt. Sie sind nicht als Polaritäten oder gegensätzliche Ideen angelegt. stattdessen webt Denis all diese Elemente mit den elliptischen Methoden zusammen, die sie in ihrer langen Karriere entwickelt hat. Wie Jonathan Glazers ebenso eindringliches Genreexperiment Under The Skin widersetzt sich High Life den Lösungen des Filmemachens mit Puzzleboxen und beschließt stattdessen, sein eigenes gefährliches Terrain der Begierden zu erkunden.


Das Souvenir

 

Darsteller: Ehre Swinton Byrne, Tom Burke, Tilda Swinton, Jack McMullen

Regie: Joanna Hogg (Ausstellung)

Warum ist es toll: Was schulden wir den Menschen, die wir lieben? Das ist eine der vielen unbeantworteten Fragen, die dieses schmerzhaft schöne, zärtlich beobachtete Porträt einer giftigen Beziehung zwischen der jungen Filmstudentin Julie (Byrne) und dem cagey-Heroinsüchtigen Anthony (Burke) antreiben. Vor dem Hintergrund eines bestimmten Teils des wohlhabenden London der frühen 80er Jahre folgt der Film, der auf dem Sundance Film Festival uraufgeführt wurde, der frühen unbeholfenen Umwerbung des Paares, die durch einen spröden Austausch von Ideen und Emotionen gekennzeichnet ist, während er gleichzeitig ein wachsames Auge hat Julies vorläufige Entwicklung als Künstler.

Sie möchte Filme machen und ist neugierig auf die größere Welt um sie herum. Anthony, mit seinem Zynismus und seiner Wut, kann nicht anders, als sich auf den Weg zur Zerstörung zu begeben. Wie in vielen Geschichten über junge Liebe ist der Ruin unvermeidlich. Auf einer Prämissenebene klingt der Film fast komisch düster wie eine Parodie eines Kunstfilms aus einer Episode von Seinfeld, aber Hoggs Szene-für-Szene-Ausführung, bei der Momente und Bilder gefunden werden, die von Besonderheit und Leben vibrieren, ist atemberaubend. Es ist ein Film, der dein Herz mit studierter Präzision bricht.